Frischgebackene Berlinerin

Ich habe es endlich geschafft. Seit heute bin ich eine eingetragene, auf meinem Ausweis sichtbare Berlinerin. Yeah! Das fühlt sich total gut an. War aber auch ein Act. Ich hab mir schon vor ca. zwei Wochen einen Termin geben lassen und trotzdem musste ich über eine halbe Stunde warten. Als ich endlich an der Reihe war, bekam ich zum ersten Mal mit, was es eigentlich heißt, wenn alle sagen, dass die Berliner etwas rau sind. Man, die Frau war so unfreundlich, dass ich Angst vor ihr bekommen habe. Als ich meinen neuen Aufkleber auf dem Ausweis angestrahlt habe, meinte sie zu mir: „Glückwunsch Kleene, von ihnen haben wir noch nicht genug“. Ich wusste erst einmal gar nicht, wie die das meint, aber ehrlich gemeinte Glückwünsche klingen anders. Als ich das meiner Freundin Sani erzählt habe, meinte die: „Na, die Berliner haben langsam n Hass auf die Zugezogenen.“ Als ich sie fragte, warum das so ist, konnte sie mir meine Frage nicht wirklich beantworten. Sie meinte nur, dass sich durch die „neuen Berliner“ alles verändert und in den letzten Jahren auch teurer geworden ist. Aber kann ich was dafür?

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Am Anfang kam die Matratze

So, jetzt sind erst zwei Wochen seit meinem Umzug vergangen und ich habe schon so viele Sachen erlebt. Ich weiß gar nicht, was ich zuerst erzählen soll. Also, vielleicht von Anfang an. Wie bin ich überhaupt hierher gekommen? Nun, bei meiner Freundin in der WG wurde ein Zimmer frei. Als wir telefoniert haben und sie mir davon erzählt hat, da wusste ich sofort, das Zimmer ist mein. Ja, und zwei Wochen später war ich hier. Da alles so spontan gekommen ist, war mein Umzug auch etwas chaotisch. Ich wollte die Möbel aus meinem alten Zimmer von zu Hause nicht mitnehmen, deshalb bin ich mit wenigen Kisten und nicht mal einem Bett bei meiner Freundin eingezogen. Die erste Nacht habe ich dann bei ihr im Bett übernachtet und am nächsten Tag haben wir die Kleinanzeigen Berlin durchgesucht. Glücklicherweise hat so ein Typ, der nur fünf Häuser weiter wohnt, eine Matratze reingestellt. Ich habe ihn sofort angerufen und am Nachmittag konnte ich die Matratze mit meiner Freundin abholen. Der Typ war total nett und wollte auch kein Geld für das Ding. Weil ich mich so gefreut habe, habe ich ihn und seinen Mitbewohner dann noch auf ein Bier eingeladen. Wir saßen bis tief in die Nacht in der Kneipe und haben gequatscht. Schön, wie schnell man hier Bekanntschaften schließen kann.

Willkommen in Berlin

Hey, ich bin Trixi und das ist mein neuer Blog. Der Grund hierfür – ich bin gerade nach Berlin gezogen und wenn das keine Neuigkeit ist, dann weiß ich auch nicht. Ich werde ab heute alles niederschreiben was ich in dieser Stadt so erlebe und ich hoffe, es wird viel sein. Für mich ist schon der Umzug total aufregend, schließlich komme ich aus einem ganz kleinen Ort, nahe Saarbrücken. Die Letzten 19 Jahre habe ich dort verbracht – lang genug. Deswegen heißt es jetzt, auf ins Getümmel. Ich mein, hey, ich bin endlich volljährig und mit der Schule fertig. Was sollte ich denn in Saarlois noch? Also habe ich meine Sachen gepackt und bin erst einmal zu meiner Freundin nach Berlin. Mir hat es hier so gut gefallen, dass ich sofort wusste, ich muss wiederkommen. Und jetzt bin ich hier – seit genau einer Woche. Wow! Und ich hoffe, dass mein Leben endlich anfängt. Ich will ja niemanden beleidigen, der in einer Kleinstadt glücklich ist, aber das ist nichts für mich. Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, was ich hier so machen will. Na, zuerst will ich alles sehen!